Marktumfeld Basel III und die Folgen

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise einigten sich die führenden Wirtschaftsnationen auf eine strengere Bankenregulierung. Ziel war es, Banken resistenter gegen Krisen sowie das Finanzsystem als Ganzes leistungsfähiger zu machen. Das in diesem Zusammenhang ausgearbeitete und verabschiedete Regelwerk ist allgemein unter dem Schlagwort „Basel III“ bekannt. Basel III richtet sich demnach primär an Kreditinstitute, hat damit aber zwangsläufig auch unmittelbaren Einfluss auf die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen in Deutschland und Europa.

Im Wesentlichen definiert Basel III neue bzw. deutlich restriktivere und risikoorientierte Liquiditäts- und Eigenkapitalhinterlegungskennzahlen für Kreditinstitute. Diese haben in der Praxis zur Folge, dass sich aus Bankensicht die Kreditvergabe an Darlehensnehmer mit schwächeren oder nicht belastbaren Ratings deutlich verteuert. Insbesondere die Vergabe von langfristigen Finanzmittel an mittelständische Unternehmen mit schwacher Bilanzstruktur oder Rating wird durch Basel III für klassische Geschäftsbanken erheblich erschwert und damit in der Realität häufig verhindert.

Als Konsequenz haben alternative Finanzierer wie Private Debt Fonds bzw. Direct Lending Fonds die hinterlassene Lücke zu schließen begonnen. Diese alternativen Investoren – die im Gegensatz zu den Banken in der Regel ausschließlich den Geschäftszweck haben, Unternehmenskredite auszureichen – unterliegen deutlich geringeren Regulierungsvorschriften. Damit sind sie in der Lage flexiblere und dem individuellen Risiko gerechte Finanzierungsformen und –konditionen anzubieten. Mittlerweile sind insbesondere angelsächsisch geprägte Investoren mit Dependenzen in Kontinentaleuropa zu etablierten und respektierten Spielern auf dem Markt der Mittelstandsfinanzierung geworden. Es ist davon auszugehen, dass ihre Bedeutung in den kommenden Jahren weiter zunehmen und sich dieses Segment als veritable Alternative zu herkömmlichen Geschäftsbanken etablieren wird.

Im Zuge von Basel III haben ebenfalls kapitalmarktorientierte Finanzierungsformen wie (börsennotierte) Anleihen oder Schuldscheindarlehen an Bedeutung gewonnen. Auch diese Instrumente sind letztlich im Wesentlichen davon motiviert, durch Vermeidung der aufwendigen und im Ergebnis teuren Bankenregulierung risikogerecht bepreiste Finanzierungswege zwischen interessierten Investoren und mittelständischen Unternehmen zu öffnen und zu ermöglichen. Insbesondere Versicherungen und Pensionsfonds zählen häufig zu den Investoren in dieser im Regelfall standardisierten Finanzierungsformen mit einheitlicher, transparenter rechtlicher Dokumentation. Die Handelbarkeit dieser Papiere wirkt zudem aus Investorensicht liquiditätserhöhend und ist somit regulierungsfreundlich und in letzter Konsequenz kostensenkend.

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